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Geheime Tonaufnahme

Das System Pilnacek

Sebastian Kurz nimmt sich jetzt persönlich die WKStA vor. Während sich der Kanzler in die Arbeit der Justizministerin einmischt, platzt rund um Sektionschef Pilnacek die nächste Bombe: Eine Tonaufnahme zeigt, wie Druck auf Staatsanwälte ausgeübt wird, die einen mächtigen Banker verhaften wollten.

Wien, 07. Februar 2020 / Es ist der 17. Dezember 2014, kurz vor Weihnachten. Im Justizministerium (BMJ) findet eine brisante Sitzung statt. Gut zwei Monate zuvor waren Staatsanwälte, die in der Causa Meinl ermitteln, und hochrangige Vertreter der Justiz, allen voran Sektionschef Christian Pilnacek, bei einer Dienstbesprechung aneinandergeraten. Dabei fiel laut Staatsanwälten ein Satz, der Pilnacek höchst unangenehm ist. Er soll nun aus dem Protokoll gestrichen werden, weil er nie gesagt worden sei. Doch die Staatsanwälte haben ihn gehört.

Sollte hier eine Weisung verschwinden?

Das Klima der Angst und des gegenseitigen Misstrauens war so groß, dass eine beteiligte Person eine Tonaufnahme von der Besprechung anfertigte. Sie enthält brisante Details über das "System Pilnacek".

Ermittler wollen Meinl-Banker Weinzierl verhaften...

Oktober 2014. Was ist passiert? Die Staatsanwaltschaft Wien will mit dem beschuldigten Bankmanager Peter Weinzierl die Schlüsselperson des Meinl-Skandals verhaften lassen. Sie sieht Verdunkelungs- und Fluchtgefahr durch eine mögliche Vernichtung von belastenden Daten durch Weinzierl. Außerdem hat Weinzierl ein großes Vermögen ins Ausland geschafft und war selbst ins Ausland gezogen. Gründe, die nach Meinung der ermittelnden Staatsanwälte die Verhängung der U-Haft unbedingt notwendig machen.

...dürfen abernicht

https://zackzack.at/2020/02/07/geheime-tonaufnahme-das-system-pilnacek/

2.2.2020 Der Standard


Netzpolitik

Nicht nur Strache: Wieso jeder in Hotels nach versteckten Kameras suchen sollte

Spionagegadgets sind billig und einfach erhältlich. Fälle von heimlicher Überwachung wurden nicht nur in Ibiza bekannt.

Einst ein aufgelegtes Szenario für dystopische Bücher und Filme, heute eine begründete Sorge. Sich vor versteckten Aufnahmegeräten in Reiseunterkünften zu fürchten, sollte man nicht länger als Paranoia abstempeln, sondern eher als gesunde Angst verstehen.

Das schreibt Suzanne Kelleher bei Forbes. Ihre Empfehlung - nicht nur an per Videobeweis zum Rücktritt gezwungene Politiker wie HC Strache: Man sollte das eigene Hotelzimmer, Ferienwohnung und andere Räumlichkeiten sicherheitshalber nach Kameras absuchen.

In Südkorea sind versteckte Kameras zu einer wahren Plage geworden. Foto: AFP

Ihre Begründungen dafür sind durchaus nachvollziehbar. In der jüngeren Vergangenheit wurden einige Fälle bekannt. Sie erstrecken sich von amerikanischen Airbnb-Unterkünften über australische, indische und chinesische Hotels bis nach Südkorea, wo eine Bande in zahlreiche Hotelzimmer vernetzte Aufnahmegeräte eingeschmuggelt und gegen Entgelt Livestreams zur Verfügung gestellt hatte.

"Spycam"-Plage in Korea

In dem ostasiatischen Land hat sich das "Spycam"-Phänomen zu einem fast epidemieartigen Problem entwickelt. Alleine 2017 landeten mehr als 6.400 Fälle bei den Behörden, was fast eine Verdreifachung binnen fünf Jahren darstellt. 2018 gingen in der Hauptstadt Seoul tausende Frauen auf die Straße, um die Regierung unter dem Slogan "My Life Is Not Your Porn" ("Mein Leben ist nicht euer Porno") zu Maßnahmen aufzurufen. Die Stadtverwaltung lässt seitdem immer wieder eigene Teams patroullieren, die öffentliche Toiletten auf versteckte Kameras prüfen.

Im Internet werden Spionagegadgets aller Art verkauft. Kameras und Mikrofone finden sich mittlerweile in einer Vielzahl scheinbar harmloser Gegenstände: USB-Ladegeräte, elektrische Zahnbürsten, Kugelschreiber, Bilderrahmen und Lichtschalter sind nur der Anfang. Auch nur die Kameras selbst, deren Linse kaum größer als ein Stecknadelkopf, können billig erworben werden. Dazu muss man nicht mehr auf Plattformen wie Aliexpress aus Fernost bestellen. Mittlerweile findet man derlei Ware auch bei Onlineshops wie Amazon und eBay.

Geräte werden immer mächtiger

Die kleinste Kamera, die der Sicherheitsexperte Randy Andrews je gesehen hat, war in den Kopf einer Kreuzschlitz-Schraube eingebettet und ohne ganz genauem Hinsehen nicht erkennbar. Die Geräte werden nicht nur kleiner, sondern auch vernetzter. Mittlerweile müssen die Kameras nicht einmal mehr ausgebaut werden, um die eingesteckte SD-Karte auszuwerten, sondern sie lassen sich mit einem WLAN-Netzwerk verbinden und können ihre Aufnahmen automatisiert in die Cloud hochladen oder gar streamen. Die Einrichtung sei heutzutage noch dazu ein Kinderspiel, so Andrews.

Klein, vernetzt, billig - "Spycams" lassen sich mittlerweile einfach bei Amazon und Co bestellen. Screenshot: Amazon.de

Legal installiert sind die Überwachungsgeräte freilich nicht. Hotels ist etwa, sowohl nach amerikanischem, als auch nach heimischem Recht untersagt, Zimmer mit Kameras zu bestücken. Und auch in der Privatvermietung kommt man nicht nur in potenziellen Konflikt mit dem Gesetzgeber, sondern auch den Richtlinien von Plattformen wie Airbnb, die Kameras in Gästeräumen explizit verbieten.

Wie und wo man nach versteckten Kameras sucht

Wer seine Hotelzimmer oder spanische Fincas auf Überwachungsequipment prüfen möchte, kann sich digitale Hilfe holen. Andrews hat aber auch ein paar Tipps für die manuelle Suche auf Lager. Steht etwa ein Wecker neben dem Bett, sollte man diesen nach einem SD-Karten-Steckplatz absuchen. Besonderes Augenmerk verdient auch der Rauchmelder, bei dem ein kleiner schwarzer Punkt auf der Unterseite auf eine Kamera hindeuten könnte.

Aufmerksam sein sollte man auch bei Geräten, die deplatziert wirken. Steckt in der Steckdose ein Handyladegerät, wenn man ein Hotelzimmer bezieht, sollte das stutzig machen. Denn Hotelpersonal sucht Zimmer normalerweise nach "Hinterlassenschaften" der Vorbesucher ab und entfernt diese, während der Raum für den nächsten Gast vorbereitet wird. "Man muss nicht übertrieben paranoid sein", sagt der Sicherheitsfachmann. "Man sollte bloß etwas aufmerksamer auf seine Umgebung schauen." (gpi, 02.02.2020)

Quelle

https://www.derstandard.at/story/2000113970917/nicht-nur-strache-wieso-jeder-in-hotels-nach-versteckten-kameras

14.01.2020 13:02 | Nachrichten > Welt

Vor neuem Job bei AUA

Frau (23) in Wohnung von Stalker brutal erstochen

Frau (23) in Wohnung von Stalker brutal erstochen | krone.at

Tragisches Ende eines jungen Lebens: Weil sie die Liebe eines zehn Jahre älteren Ex-Kollegen verschmähte, ist die 23 Jahre alte Sophie N. von dem Mann, der sie jahrelang gestalkt hatte, in ihrer Wohnung in Hannover brutal erstochen worden. Im Februar hätte die junge Frau ihren neuen Job als Stewardess bei den Austrian Airlines antreten sollen ...

Die blutüberströmte Leiche von Sophie N. war am vergangenen Samstag in ihrer Wohnung in Hannover entdeckt worden. Die Frau, bei der sie in Untermiete lebte, machte die schreckliche Entdeckung in den Abendstunden und alarmierte umgehend die Polizei. Am Sonntag stellte sich dann der 34-jährige Patrick S. in Dessau der Polizei und gestand, die junge Frau getötet zu haben.

Frau (23) in Wohnung von Stalker brutal erstochen | krone.at

Wie sich herausstellte, kannten einander Täter und Opfer schon länger, beide stammen aus Dessau. Patrick S. sei sogar schon bei der Frau zu Hause gewesen, wie die "Bild"-Zeitung am Dienstag berichtete. "Als Sophie eine Lehre zur Reiseverkehrskauffrau absolvierte, jobbte sie vor zwei Jahren nebenbei bei H&M in Dessau. Dort lernte sie Patrick kennen", erinnert sich Sophies Mutter Christina N. Doch während er sich in sie verliebte, mochte sie ihn nur als guten Freund. "Als Partner war er ihr aber zu alt", so die Mutter.

Verschmähter reiste Sophie heimlich bis Barcelona nach

Frau (23) in Wohnung von Stalker brutal erstochen | krone.at

Doch Patrick S. wollte sich damit offensichtlich nicht abAnden. Als Sophie N. 2018 für ein Auslandspraktikum für sechs Monate nach Barcelona ging, reiste er ihr den Angaben der Mutter zufolge heimlich nach: "Er hatte sich in ein Hostel einquartiert und Sophie überrascht. Dort sagte sie ihm erneut, dass aus ihnen beiden kein Paar werden wird." Daraufhin reiste er ab. Seitdem soll Patrick S. ihr immer wieder nachgestellt haben.

Frau (23) in Wohnung von Stalker brutal erstochen | krone.at

Am vergangenen Samstag tauchte Patrick S. dann in der Wohnung der Frau in Hannover auf. "An diesem Wochenende war Sophies Vermieterin leider in Amsterdam, sonst wäre es vielleicht gar nicht zu diesem Verbrechen gekommen", so die trauernde Mutter. Der Stalker soll über den Balkon in die Wohnung, die sich im Erdgeschoß beAndet, eingestiegen sein. Die Polizei fand Einbruchsspuren. Dort soll er der 23- Jährigen aufgelauert und sie erstochen haben - mit einem Stich in den Hals.

Laut "Bild"-Informationen hätte Sophie N., die bis zur Pleite im Vorjahr als Reisebegleiterin bei Thomas Cook gearbeitet hatte, im Februar als Stewardess bei der AUA anfangen sollen. Doch den neuen Job sollte sie nicht mehr antreten ...

Quelle

https://www.krone.at/2077880

Kronen Zeitung

30.12.2019 06:03 | Bundesländer > Wien

In Wiener Lokal

Abwerbeversuch: DAÖ-Mann tappt in Tonband-Falle

Tonband- und Filmfallen in der Politik sind offenbar in Mode. Ein Vertrauter des von der Wiener FPÖ abgespaltenen Landtagsabgeordneten Karl Baron wurde bei einem Abwerbegespräch heimlich aufgenommen. Der nächste Aufreger nach den SMS von Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache an Freiheitliche, doch zur neuen "Allianz für Österreich" zu wechseln.

Die Falle schnappte in einem Wiener Lokal zu. Ein für den abgesetzten Präsidenten der Freiheitlichen Wirtschaft in die Landesinnung der Kammer nachrückender Vertrauter wollte offenbar einen den Blauen nahestehenden Unternehmer dazu überreden, die Seiten zu wechseln. Der "Krone" liegt die Tonbandaufnahme vor, in der der neue DAÖ-"Spieler" auch damit prahlt, Intimus das verstorbenen FPÖ-Chefs Jörg Haider gewesen zu sein.

"Bitte melde dich!"
Erst kürzlich hatte ja der gestürzte freiheitliche Frontmann Strache mit SMS an FPÖ-Gemeinderäte für Aufregung gesorgt. Der Inhalt: "Wir wollen ab 7.1. mit dir reden." Wortwörtlich heißt es als Druckmittel: "Wer jetzt dabei ist, ist fix dabei." Flehentliche Schlussworte: "Bitte melde dich!"

Wirbel gab es jüngst auch um ein "Tonband-Gate" innerhalb der SPÖ: Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch war heimlich aufgenommen worden. Mal sehen, wer als Nächster in eine Falle tappt.

Christoph Budin, Kronen Zeitung

Quelle

https://www.krone.at/2069666

Kronen Zeitung 22.12.2019

Geheimer Mitschnitt

In der SPÖ fallen jetzt die letzten Hemmungen

Die SPÖ will sich wieder auf Inhalte konzentrieren und sich nicht nur mit sich selbst beschäftigen. Allein, es gelingt nicht. Die Genossen hören sich intern ab, der geheime Mitschnitt wurde den Medien zugespielt. Die Partei prüft nun rechtliche Schritte, sowohl gegen die eigenen Reihen als auch gegen den ORF.

Am 26. November lud die SPÖ zu einer Betriebsversammlung, um dort zu verkünden, dass bis zu 27 Mitarbeiter aus der Parteizentrale gekündigt werden müssen. Die Stimmung war entsprechend aufgeheizt - zwischen wütend, besorgt und verständnislos. Wie nun bekannt wurde, hat jemand die Gespräche auch aufgenommen. In der "ZIB 2" am Freitag wurde SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner mit den Aufnahmen konfrontiert. Zu hören ist Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch, der in mehr als deutlichen Worten über die Finanzmisere der Partei spricht.

"Die letzten Hemmungen fallen"
Das Gesagte ist nicht der Skandal an der Sache, sehr wohl aber, dass sich die Genossen nun schon intern abhören. Das sagt alles über den Zustand der Partei. Insider sind darüber nicht einmal besonders überrascht. "Es brechen alle Dämme, die letzten Hemmungen fallen. Man merkt, wie tief die Gräben mittlerweile sind, das ist ein klares Sittenbild", ist aus roten Kreisen zu vernehmen.

Gericht muss feststellen, ob höhergradiges Interesse vorliegt
Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch kündigte im Gespräch mit der "Krone" Konsequenzen bis hin zu einer Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft an - gegen die "Person mit hohem Zerstörungspotenzial", aber auch gegen den ORF, der das Material, so meint die SPÖ, nicht hätte senden dürfen.

Medienanwältin Maria Windhager stellt dazu via Twitter klar: "Heimliche Tonaufnahmen dürfen/sollten nur dann veröffentlicht werden, wenn es einem höhergradigen Interesse dient." Ein solches muss das Gericht feststellen.

Doris Vettermann, Kronen Zeitung

Quelle

https://www.krone.at/2066420


OE24  21.Dezember 2019

Roter General Deutsch abgehört

Lausch-Angriff auf Zentrale schockt SPÖ

Die SPÖ wird kurz vor Weihnachten von einem Abhör-Skandal erschüttert.

Wien. Zuerst die Wahlniederlage, dann SPÖ-interne Kündigungen - und jetzt das: Tage vor Weihnachten ist die SPÖ von einem Abhörskandal erschüttert. Die ORF-ZiB 2 sendete Freitagabend einen Tonbandmitschnitt jener brisanten Betriebsversammlung in der SPÖ-Zentrale, bei der die finanziellen Einschnitte für die Bundespartei verkündet wurden.

Dramatische Schilderung. Konkret zu hören war SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch, der - vor dem inzwischen beschlossenen Sanierungsplan - die Schieflage der SPÖ mehr oder weniger drastisch schilderte. So sagte Deutsch unter anderem, dass sich die SPÖ im Jahr 2020 keinen Wahlkampf mehr leisten könne (siehe rechts oben). Nichts Brisantes - allerdings: Dass die Aufnahme gemacht und weitergespielt wurde, zeichnet ein dramatisches Bild der Situation, in der die Partei derzeit steckt.

In der SPÖ ist jetzt jedenfalls Feuer am Dach: In ÖSTERREICH kündigt Deutsch rechtliche Schritte sowohl gegen den oder die Urheber der Aufnahmen an, also auch gegen den ORF selbst.

Gesetz ist klar: Es droht bis zu einem Jahr Haft

Denn: Geheime Aufnahmen dürfen nur dann gespielt werden, wenn es einem "höhergradigen Interesse" dient. "Dies kann ich in diesem Fall nicht erkennen", twitterte Medienanwältin Maria Windhager am Samstag. Die Strafen sind jedenfalls gesalzen: 720 Tagsätze bzw. sogar bis zu einem Jahr Haft.

ORF-Reporter verteidigt sich. ZiB 2-Moderator Martin Thür, der Rendi-Wagner mit dem Mitschnitt live konfrontiert hatte, argumentiert aber genau so: Das Senden des Bandes sei ebenso im öffentlichen Interesse gelegen wie seinerzeit die Veröffentlichung des Ibiza-Videos - eine Ansicht, die - siehe oben - Experten nicht teilen.

Fakt ist: Auch wenn Deutsch mit seinen Anzeigen durchkommt - die SPÖ kommt definitiv nicht zur Ruhe. Erst für vergangenen Mittwoch war ein sogenannter "Putschstand" angekündigt worden, also eine Demo, die offenbar zum Sturz der Parteispitze mit Rendi-Wagner und Deutsch führen sollte. Dringlichste Forderung war eine Sonderpartei, auf dem nicht nur eine neue Programmatik, sondern auch eine neue Parteispitze gewählt werden sollte. Stunden davor gaben die Rebellen auf - es habe massive Repression gegeben.

Was Deutsch bestreitet: Er sieht die Gegner der SPÖ-Spitze vielmehr außerhalb der Partei: "Da wird eine Menge Dirty Campaigning von außen hereingetragen."

Deutsch: »Rechtliche Schritte auch gegen ORF«

ÖSTERREICH: Ein Lauschangriff auf eine Betriebsversammlung in der SPÖ-Zentrale? Was ist da passiert?

Christian Deutsch: Das ist wirklich ein unglaublicher, bisher beispielloser Vorgang. Die Vertraulichkeit solcher Veranstaltungen hat ja Sinn, es geht um den Schutz der Betroffenen. Es haben rund 100 Personen daran teilgenommen, die ja auch ihre Sorgen und Ängste artikuliert haben.

ÖSTERREICH: Was tun Sie jetzt konkret?

Deutsch: Wir lassen von unseren Anwälten rechtliche Schritte bis hin zu Sachverhaltsdarstellungen an die Staatsanwaltschaft prüfen. Die Aufzeichnung und Weitergabe sowie der Missbrauch von Tonaufnahmen ist strafbar.

ÖSTERREICH: Der ORF hat den Mitschnitt jetzt auch noch gesendet ...

Deutsch: ... ja, auch für den ORF gelten die Gesetze.

ÖSTERREICH: Jetzt sagen Sie ja nichts Verfängliches. Warum sind Sie so empört?

Deutsch: Nochmals: Es geht um die Privatsphäre der Mitarbeiter. Ihr Schutz ist mir sehr wichtig.

ÖSTERREICH: Ist das nicht ein Desaster für die SPÖ und ein Zeichen, dass da jeder gegen jeden intrigiert?

Deutsch: Nein. Bei der Veranstaltung waren ja mehr als 100 Personen - aufgenommen hat das Ganze eine Person. Und vor dieser muss ich die anderen 99 schützen.

ÖSTERREICH: Auf Twitter hat wer geschrieben: Angesichts solcher Intrigen soll es Parteichefin Pamela Rendi-Wagner bei ihrer Partei einfach hinschmeißen. Eine Option?

Deutsch: Das ist ein völliger Blödsinn. Sie bleibt.

G. Schröder

Quelle


Kurier 26.01.2018

Wanzen im Ministerbüro: Der Beginn einer Staatsaffäre?

Der Wanzenfund im Vizekanzleramt wirft viele Fragen auf. Noch ist unklar, wann die Spionage startete - und wer das Ziel war: das hätte nämlich schon Thomas Drozda sein können. Die SPÖ kritisiert darum den "lockeren Umgang der Beteiligten" - das Ganze sei eigentlich eine Staatsaffäre.

von Evelyn Peternel

Österreich hat ein Wanzenproblem, so viel steht fest. Denn: Im Büro des amtierenden FPÖ-Vizekanzlers Heinz Christian Strache wurden Wanzen gefunden, zwei Stück, wie es heißt. Nur: Wann die dort angebracht wurden, wer sie versteckt hat oder wen man damit abhören wollte - das weiß man nicht.

Für die SPÖ, deren ehemaliger Kanzleramtsminister Thomas Drozda die Räumlichkeiten ja vor Strache benutzt hat, ist diese Menge an offenen Fragen durchaus kritikwürdig: "Wenn Regierungsmitglieder bespitzelt werden, nennt man das üblicherweise eine Staatsaffäre", sagt SPÖ-Chef Christian Kern zum KURIER. Den lockeren Umgang der Beteiligten hält er "für nicht angemessen".

Keine Routinekontrollen

Er selbst habe sein Büro und seine Wohnung auf eigene Initiative hin "regelmäßig vom Abwehramt untersuchen lassen", sagt Kern; Routineüberprüfungen habe es keine gegeben. Thomas Drozda habe von sich aus keine Überprüfungen veranlasst. "Er hat sich auf das Innenministerium verlassen." Nur: Dieses wird von sich aus nicht tätig, Überprüfungen passieren nur auf Zuruf - damit könnte es sein, dass die Wanzen dort schon "vor einem Monat, vor einem Jahr oder vor zehn Jahren versteckt wurden", wie Kern sagt.

Das hält man selbst bei der FPÖ für denkbar. "Wir können natürlich nicht hundertprozentig ausschließen, dass die Wanzen seit Drozda-Zeiten dort sind", sagt Strache-Sprecher Martin Glier. Er wolle aber freilich keine "Pferde scheu machen".

Kommunikationsmängel

Dass nicht routinemäßig überprüft wird, ist das eine. Wie die Betroffenen über die Wanzen informiert wurden, das andere: Kern und Drozda hätten nämlich "aus den Medien" von der Existenz der Abhöranlage erfahren, wie der SPÖ-Chef sagt; im Büro Strache heißt es, man habe von der Existenz erst in dieser Woche erfahren. Es habe zwei Testungen gegeben, eine im Dezember, eine vergangene Woche, so Strache-Sprecher Glier; er selbst wisse von den Wanzen "seit vorgestern".

Gefunden hat das Abwehramt die Wanzen allerdings schon am 19. Dezember 2017 - das wird zumindest bin einem Mail behauptet, das Falter-Chefredakteur Florian Klenk veröffentlicht hat. Das war einen Tag, bevor Strache in das Büro eingezogen ist. "Wenn das Abwehramt die Wanzen am 19. Dezember entdeckt hat, warum ist es dann nicht unmittelbar zu einer Anzeige gekommen?", fragt Kern darum. "Warum wurde die scheidende Bundesregierung nicht umgehend informiert? Und welche Vorkehrungen hat das für Objektschutz zuständige Innenministerium überhaupt getroffen, um so etwas zu verhindern?"

"Geschmack eines Ablenkungsmanvövers"

Bei der FPÖ ist man ob dieser Fragen weniger aufgeregt. Dort verlässt man sich auf die Ermittlungen die derzeit durchgeführt werden: Das Abwehramt hat das Landesamt für Verfassungsschutz über die Abhöranlage informiert, und dort wird nun unter Leitung der Staatsanwaltschaft ermittelt. "Wir sind da nur Passagiere", sagt Glier. Und: "Die Wanzen sind ja jetzt abmontiert, also sind wir sicher."

Für die SPÖ wirft auch diese Zurückhaltung Fragen auf, so Kern. "Das ganze Vorgehen hat den Geschmack eines Ablenkungsmanövers", sagt er - schließlich werde am Sonntag in Niederösterreich gewählt, und die FPÖ sei dort (Anm: wegen der Causa Landbauer) in Bedrängnis.

Quelle

https://kurier.at/politik/inland/wanzen-im-ministerbuero-der-beginn-einer-staatsaffaere/308.367.790


KURIER 19.12.2019

14 Tage wurde Gudenus observiert - Strache dementiert

Ibiza-Affäre: Einen Tag vor seinem Rücktritt beauftragte Strache einen Detektiv und stellte das der FPÖ in Rechnung.

von Ida Metzger, Birgit Seiser

Die Rechnung für die Bespitzelung von Johann Gudenus und Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp muss eine enorme Summe ausmachen. 14 Tage lang etwa wurde allein Gudenus von einem Detektiv observiert. Auf Dutzenden Fotos sieht man, wie der gefallene Ex-FPÖ-Klubchef in sein Auto steigt oder sich in diversen Terminen mit dem Anwalt oder Geschäftspartnern befindet. Das erste Foto im Ermittlungsakt ist auf den 6. Juni 2019 datiert. Das letzte auf den 20. Juni.

Es sollen rund 200.000 Euro gewesen sein, die in Rechnung gestellt wurden. Allerdings nicht an die FPÖ. Der blaue Parteichef Norbert Hofer hatte am Donnerstag betätigt, dass eine Rechnung eines Detektivbüros in der Partei eingelangt wäre. "Aber offenbar hat sie nichts mit der bekannt gewordenen Bespitzelung zu tun, denn der Betrag macht nur einen Bruchteil der kolportierten Summe aus und auch der Zeitraum stimmt nicht überein", so Hofer.

Pikant ist allerdings das Datum, wann jene Observation von Strache in Auftrag gegeben wurde, die bei der FPÖ als Rechnung einging - nämlich am 17. Mai. Der letzte Tag von Straches Obmannschaft. 24 Stunden später trat der Ex-Vizekanzler wegen der Veröffentlichung des Ibiza-Videos zurück.

"Strache hatte am Tag der Veröffentlichung des Ibiza-Videos offenbar einen Verdacht und wollte dem nachgehen", erklärt Hofer. Gegen welches Parteimitglied sich der Verdacht richtete, will Hofer nicht verraten, der betont, dass Bespitzelungen von Parteikameraden absolut nicht zu seinen Führungsmethoden zählen.

Dominik Nepp, der auch observiert wurde, ist über das Vorgehen mehr als verärgert. "Meiner Frau ist bereits im Sommer aufgefallen, dass regelmäßig eine Person bei unserer Wohnung herumschleicht und uns ausspioniert." Ein ähnliches Gefühl, nämlich dass er rund um die Uhr bespitzelt wird, hatte auch Gudenus, der die Causa nicht kommentieren will.

Heinz-Christian Strache ließ seine Parteifreunde bespitzeln.

"Enttäuschung"

Nepp habe die Beobachtungen Mitte September bei den Behörden gemeldet, berichtete er. Diese hätten bestätigt, "dass es sich um eine private Überwachungsaktion meiner Person und offenbar auch meiner Familie handelt". Wer dahinter steckte, war laut Nepp bisher aber unklar: "Seit heute ist offensichtlich, dass wahrscheinlich der ehemalige Parteiobmann Heinz-Christian Strache hinter dieser Aktion steckt", so der Wiener FPÖ-Chef. "Das ist für mich eine große menschliche Enttäuschung. Ich dachte, wir wären Freunde gewesen."

"Kein Auftrag von mir"

Gegenüber dem KURIER erklärt Ex-Vizekanzler Strache, dass er selbst nichts mit dieser Observation zu tun habe. Vielmehr seien es besorgte Strache-Fans, die in diese Richtung aktiv geworden sein sollen.

"Es gab nach der Aktion des kriminellen Ibiza-Netzwerks engagierte Bürger, welche Hintermänner und Akteure der Ibiza Causa unter Zuhilfenahme von Privat-Detekteien ausfindig machen und zur Aufklärung beitragen wollten", so der Ex-Blaue.

Mit manchen war Strache in Kontakt. "Von mir selber gab es jedoch keinen derartigen Auftrag für Ermittlungen", wehrt sich Strache. Wie auch immer. Fakt ist: Es wird immer skurriler.

Quelle

https://kurier.at/politik/inland/strache-liess-offenbar-parteifreunde-bespitzeln/400707546