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14.01.2020 13:02 | Nachrichten > Welt

Vor neuem Job bei AUA

Frau (23) in Wohnung von Stalker brutal erstochen

Frau (23) in Wohnung von Stalker brutal erstochen | krone.at

Tragisches Ende eines jungen Lebens: Weil sie die Liebe eines zehn Jahre älteren Ex-Kollegen verschmähte, ist die 23 Jahre alte Sophie N. von dem Mann, der sie jahrelang gestalkt hatte, in ihrer Wohnung in Hannover brutal erstochen worden. Im Februar hätte die junge Frau ihren neuen Job als Stewardess bei den Austrian Airlines antreten sollen ...

Die blutüberströmte Leiche von Sophie N. war am vergangenen Samstag in ihrer Wohnung in Hannover entdeckt worden. Die Frau, bei der sie in Untermiete lebte, machte die schreckliche Entdeckung in den Abendstunden und alarmierte umgehend die Polizei. Am Sonntag stellte sich dann der 34-jährige Patrick S. in Dessau der Polizei und gestand, die junge Frau getötet zu haben.

Frau (23) in Wohnung von Stalker brutal erstochen | krone.at

Wie sich herausstellte, kannten einander Täter und Opfer schon länger, beide stammen aus Dessau. Patrick S. sei sogar schon bei der Frau zu Hause gewesen, wie die "Bild"-Zeitung am Dienstag berichtete. "Als Sophie eine Lehre zur Reiseverkehrskauffrau absolvierte, jobbte sie vor zwei Jahren nebenbei bei H&M in Dessau. Dort lernte sie Patrick kennen", erinnert sich Sophies Mutter Christina N. Doch während er sich in sie verliebte, mochte sie ihn nur als guten Freund. "Als Partner war er ihr aber zu alt", so die Mutter.

Verschmähter reiste Sophie heimlich bis Barcelona nach

Frau (23) in Wohnung von Stalker brutal erstochen | krone.at

Doch Patrick S. wollte sich damit offensichtlich nicht abAnden. Als Sophie N. 2018 für ein Auslandspraktikum für sechs Monate nach Barcelona ging, reiste er ihr den Angaben der Mutter zufolge heimlich nach: "Er hatte sich in ein Hostel einquartiert und Sophie überrascht. Dort sagte sie ihm erneut, dass aus ihnen beiden kein Paar werden wird." Daraufhin reiste er ab. Seitdem soll Patrick S. ihr immer wieder nachgestellt haben.

Frau (23) in Wohnung von Stalker brutal erstochen | krone.at

Am vergangenen Samstag tauchte Patrick S. dann in der Wohnung der Frau in Hannover auf. "An diesem Wochenende war Sophies Vermieterin leider in Amsterdam, sonst wäre es vielleicht gar nicht zu diesem Verbrechen gekommen", so die trauernde Mutter. Der Stalker soll über den Balkon in die Wohnung, die sich im Erdgeschoß beAndet, eingestiegen sein. Die Polizei fand Einbruchsspuren. Dort soll er der 23- Jährigen aufgelauert und sie erstochen haben - mit einem Stich in den Hals.

Laut "Bild"-Informationen hätte Sophie N., die bis zur Pleite im Vorjahr als Reisebegleiterin bei Thomas Cook gearbeitet hatte, im Februar als Stewardess bei der AUA anfangen sollen. Doch den neuen Job sollte sie nicht mehr antreten ...

Quelle

https://www.krone.at/2077880


Kronen Zeitung

07.01.2020 11:05 | Nachrichten

Prüfende Schritte

Detektive überwachen Krankenstand

Wer heute den Verdacht erregt, Krankenstandmissbrauch zu betreiben, muss damit rechnen, dass der Arbeitgeber prüfende Schritte einleitet. Hierzu zählt ebenfalls, dass ein Detektiv die Wege des Arbeitnehmers im Krankenstand überprüft. Doch auch hier gibt es Grenzen.

Auch wenn es auf den ersten Blick seltsam erscheinen mag - Arbeitgeber lassen Arbeitnehmer häufiger von Detektiven überwachen, als das gemeinhin angenommen wird. Viel mehr gehört das heute zum Kerngeschäft vieler Detekteien. Das dies nicht nur in Österreich so ist, zeigt ebenfalls die Lentz Gruppe, die mit Detekteien in Frankfurt, aber auch in Leipzig oder Düsseldorf ein ähnliches Aufgabenprofil aufweist. Zu deren Kompetenzen zählt zwar noch vieles andere ebenso, doch die Investigation von Arbeitnehmern, die auffällig oft krank sind, gehört stets dazu.
Insgesamt ist jedoch so, dass viele der Fälle gar nicht erst an die Öffentlichkeit kommen. So ist nicht immer auch das, was bei der Überwachung herauskommt, ein Grund zur Kündigung. Denn grundsätzlich bedeutet der Krankenstand nicht, dass sich der Erkrankte in den eigenen vier Wänden aufhalten muss und im Bett zu liegen hat. Jemand, der an Burn-out leidet, kann durchaus auf ein Rockkonzert gehen. Schließlich steht das nicht im Widerspruch zu seiner Krankheit und kann darüber hinaus der Genesung noch zuträglich sein. Dennoch sollte sich der Betroffene vom Arzt stets eine Erlaubnis einholen, bevor auf eigenen Faust etwas Derartiges umgesetzt wird.

Doch was dürfen sich die Detektive im Einsatz erlauben?
Denn irgendwo beginnt die Menschenwürde und eine legitime Kontrolle endet. So ist es als Beispiel bei unseren Nachbarn in Deutschland nicht ausreichend, wenn der Arbeitgeber lediglich das "Gefühl" hat, das der Angestellte Krankenstandmissbrauch betreibt. Er muss Beweise für seine Annahme erbringen. Das jedoch, sieht man in der sozialpolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer hierzulande anders. Denn wenn es erst einen Beweis für einen Einsatz bräuchte, wäre dieser bereits unnötig. Schließlich gehöre das Beobachten zum Arbeitsverhältnis dazu. Insofern bedarf es eines konkreten Verdachts, um eine Ermittlung durch den Detektiv einzuleiten.
Die Möglichkeiten sind hier jedoch aufgrund der Privatsphäre eingegrenzt. So ist ein Ermittler nicht berechtigt, in die Wohnung des Arbeitnehmers einzudringen. Lediglich das Beobachten und Kontrollieren sind in diesem Kontext erlaubte Mittel. Somit muss sich der Detektiv stets außerhalb der Wohnung, des Grundstücks oder des Hauses aufhalten. Allerdings ist es möglich, den betreffenden Mitarbeiter via Kamera oder GPS-Sender zu überwachen. Alles unter der Prämisse, das die Menschenwürde dabei nicht verletzt wird. Das ist freilich Interpretationssache. Zudem muss eine Zustimmung des Betriebsrates vorliegen.
Grundsätzlich zeigt sich, dass eine Überwachung technisch zwar hochwertig umgesetzt werden kann, am Ende aber immer auch eine datenschutzrechtliche Prüfung stattfinden muss. Denn der Einsatz muss arbeitsrechtlich zulässig sein, sonst hat er keinen Bestand. So kann als Beispiel mit einem GPS-Tracker ein lückenloses Bewegungsprofil erstellt werden. Ob das Datensammeln jedoch auch zulässig war, muss dann geklärt werden. Zwar geschieht die Datenerhebung nicht aus Willkür, sondern soll helfen, illegale Machenschaften aufzudecken. Dennoch gilt es sich auch in diesem Rahmen, an die gesetzlichen Vorschriften zu halten. Darüber hinaus lohnt sich ein solcher Aufwand natürlich nur, wenn die Kosten für den Aufwand den möglichen Schaden mindern.

Quelle

https://detektivagentur-martin-ulm.cms.webnode.at/news-2/


Kronen Zeitung

30.12.2019 06:03 | Bundesländer > Wien

In Wiener Lokal

Abwerbeversuch: DAÖ-Mann tappt in Tonband-Falle

Tonband- und Filmfallen in der Politik sind offenbar in Mode. Ein Vertrauter des von der Wiener FPÖ abgespaltenen Landtagsabgeordneten Karl Baron wurde bei einem Abwerbegespräch heimlich aufgenommen. Der nächste Aufreger nach den SMS von Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache an Freiheitliche, doch zur neuen "Allianz für Österreich" zu wechseln.

Die Falle schnappte in einem Wiener Lokal zu. Ein für den abgesetzten Präsidenten der Freiheitlichen Wirtschaft in die Landesinnung der Kammer nachrückender Vertrauter wollte offenbar einen den Blauen nahestehenden Unternehmer dazu überreden, die Seiten zu wechseln. Der "Krone" liegt die Tonbandaufnahme vor, in der der neue DAÖ-"Spieler" auch damit prahlt, Intimus das verstorbenen FPÖ-Chefs Jörg Haider gewesen zu sein.

"Bitte melde dich!"
Erst kürzlich hatte ja der gestürzte freiheitliche Frontmann Strache mit SMS an FPÖ-Gemeinderäte für Aufregung gesorgt. Der Inhalt: "Wir wollen ab 7.1. mit dir reden." Wortwörtlich heißt es als Druckmittel: "Wer jetzt dabei ist, ist fix dabei." Flehentliche Schlussworte: "Bitte melde dich!"

Wirbel gab es jüngst auch um ein "Tonband-Gate" innerhalb der SPÖ: Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch war heimlich aufgenommen worden. Mal sehen, wer als Nächster in eine Falle tappt.

Christoph Budin, Kronen Zeitung

Quelle

https://www.krone.at/2069666

Kronen Zeitung 22.12.2019

Geheimer Mitschnitt

In der SPÖ fallen jetzt die letzten Hemmungen

Die SPÖ will sich wieder auf Inhalte konzentrieren und sich nicht nur mit sich selbst beschäftigen. Allein, es gelingt nicht. Die Genossen hören sich intern ab, der geheime Mitschnitt wurde den Medien zugespielt. Die Partei prüft nun rechtliche Schritte, sowohl gegen die eigenen Reihen als auch gegen den ORF.

Am 26. November lud die SPÖ zu einer Betriebsversammlung, um dort zu verkünden, dass bis zu 27 Mitarbeiter aus der Parteizentrale gekündigt werden müssen. Die Stimmung war entsprechend aufgeheizt - zwischen wütend, besorgt und verständnislos. Wie nun bekannt wurde, hat jemand die Gespräche auch aufgenommen. In der "ZIB 2" am Freitag wurde SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner mit den Aufnahmen konfrontiert. Zu hören ist Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch, der in mehr als deutlichen Worten über die Finanzmisere der Partei spricht.

"Die letzten Hemmungen fallen"
Das Gesagte ist nicht der Skandal an der Sache, sehr wohl aber, dass sich die Genossen nun schon intern abhören. Das sagt alles über den Zustand der Partei. Insider sind darüber nicht einmal besonders überrascht. "Es brechen alle Dämme, die letzten Hemmungen fallen. Man merkt, wie tief die Gräben mittlerweile sind, das ist ein klares Sittenbild", ist aus roten Kreisen zu vernehmen.

Gericht muss feststellen, ob höhergradiges Interesse vorliegt
Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch kündigte im Gespräch mit der "Krone" Konsequenzen bis hin zu einer Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft an - gegen die "Person mit hohem Zerstörungspotenzial", aber auch gegen den ORF, der das Material, so meint die SPÖ, nicht hätte senden dürfen.

Medienanwältin Maria Windhager stellt dazu via Twitter klar: "Heimliche Tonaufnahmen dürfen/sollten nur dann veröffentlicht werden, wenn es einem höhergradigen Interesse dient." Ein solches muss das Gericht feststellen.

Doris Vettermann, Kronen Zeitung

Quelle

https://www.krone.at/2066420


OE24  21.Dezember 2019

Roter General Deutsch abgehört

Lausch-Angriff auf Zentrale schockt SPÖ

Die SPÖ wird kurz vor Weihnachten von einem Abhör-Skandal erschüttert.

Wien. Zuerst die Wahlniederlage, dann SPÖ-interne Kündigungen - und jetzt das: Tage vor Weihnachten ist die SPÖ von einem Abhörskandal erschüttert. Die ORF-ZiB 2 sendete Freitagabend einen Tonbandmitschnitt jener brisanten Betriebsversammlung in der SPÖ-Zentrale, bei der die finanziellen Einschnitte für die Bundespartei verkündet wurden.

Dramatische Schilderung. Konkret zu hören war SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch, der - vor dem inzwischen beschlossenen Sanierungsplan - die Schieflage der SPÖ mehr oder weniger drastisch schilderte. So sagte Deutsch unter anderem, dass sich die SPÖ im Jahr 2020 keinen Wahlkampf mehr leisten könne (siehe rechts oben). Nichts Brisantes - allerdings: Dass die Aufnahme gemacht und weitergespielt wurde, zeichnet ein dramatisches Bild der Situation, in der die Partei derzeit steckt.

In der SPÖ ist jetzt jedenfalls Feuer am Dach: In ÖSTERREICH kündigt Deutsch rechtliche Schritte sowohl gegen den oder die Urheber der Aufnahmen an, also auch gegen den ORF selbst.

Gesetz ist klar: Es droht bis zu einem Jahr Haft

Denn: Geheime Aufnahmen dürfen nur dann gespielt werden, wenn es einem "höhergradigen Interesse" dient. "Dies kann ich in diesem Fall nicht erkennen", twitterte Medienanwältin Maria Windhager am Samstag. Die Strafen sind jedenfalls gesalzen: 720 Tagsätze bzw. sogar bis zu einem Jahr Haft.

ORF-Reporter verteidigt sich. ZiB 2-Moderator Martin Thür, der Rendi-Wagner mit dem Mitschnitt live konfrontiert hatte, argumentiert aber genau so: Das Senden des Bandes sei ebenso im öffentlichen Interesse gelegen wie seinerzeit die Veröffentlichung des Ibiza-Videos - eine Ansicht, die - siehe oben - Experten nicht teilen.

Fakt ist: Auch wenn Deutsch mit seinen Anzeigen durchkommt - die SPÖ kommt definitiv nicht zur Ruhe. Erst für vergangenen Mittwoch war ein sogenannter "Putschstand" angekündigt worden, also eine Demo, die offenbar zum Sturz der Parteispitze mit Rendi-Wagner und Deutsch führen sollte. Dringlichste Forderung war eine Sonderpartei, auf dem nicht nur eine neue Programmatik, sondern auch eine neue Parteispitze gewählt werden sollte. Stunden davor gaben die Rebellen auf - es habe massive Repression gegeben.

Was Deutsch bestreitet: Er sieht die Gegner der SPÖ-Spitze vielmehr außerhalb der Partei: "Da wird eine Menge Dirty Campaigning von außen hereingetragen."

Deutsch: »Rechtliche Schritte auch gegen ORF«

ÖSTERREICH: Ein Lauschangriff auf eine Betriebsversammlung in der SPÖ-Zentrale? Was ist da passiert?

Christian Deutsch: Das ist wirklich ein unglaublicher, bisher beispielloser Vorgang. Die Vertraulichkeit solcher Veranstaltungen hat ja Sinn, es geht um den Schutz der Betroffenen. Es haben rund 100 Personen daran teilgenommen, die ja auch ihre Sorgen und Ängste artikuliert haben.

ÖSTERREICH: Was tun Sie jetzt konkret?

Deutsch: Wir lassen von unseren Anwälten rechtliche Schritte bis hin zu Sachverhaltsdarstellungen an die Staatsanwaltschaft prüfen. Die Aufzeichnung und Weitergabe sowie der Missbrauch von Tonaufnahmen ist strafbar.

ÖSTERREICH: Der ORF hat den Mitschnitt jetzt auch noch gesendet ...

Deutsch: ... ja, auch für den ORF gelten die Gesetze.

ÖSTERREICH: Jetzt sagen Sie ja nichts Verfängliches. Warum sind Sie so empört?

Deutsch: Nochmals: Es geht um die Privatsphäre der Mitarbeiter. Ihr Schutz ist mir sehr wichtig.

ÖSTERREICH: Ist das nicht ein Desaster für die SPÖ und ein Zeichen, dass da jeder gegen jeden intrigiert?

Deutsch: Nein. Bei der Veranstaltung waren ja mehr als 100 Personen - aufgenommen hat das Ganze eine Person. Und vor dieser muss ich die anderen 99 schützen.

ÖSTERREICH: Auf Twitter hat wer geschrieben: Angesichts solcher Intrigen soll es Parteichefin Pamela Rendi-Wagner bei ihrer Partei einfach hinschmeißen. Eine Option?

Deutsch: Das ist ein völliger Blödsinn. Sie bleibt.

G. Schröder

Quelle


Kurier 26.01.2018

Wanzen im Ministerbüro: Der Beginn einer Staatsaffäre?

Der Wanzenfund im Vizekanzleramt wirft viele Fragen auf. Noch ist unklar, wann die Spionage startete - und wer das Ziel war: das hätte nämlich schon Thomas Drozda sein können. Die SPÖ kritisiert darum den "lockeren Umgang der Beteiligten" - das Ganze sei eigentlich eine Staatsaffäre.

von Evelyn Peternel

Österreich hat ein Wanzenproblem, so viel steht fest. Denn: Im Büro des amtierenden FPÖ-Vizekanzlers Heinz Christian Strache wurden Wanzen gefunden, zwei Stück, wie es heißt. Nur: Wann die dort angebracht wurden, wer sie versteckt hat oder wen man damit abhören wollte - das weiß man nicht.

Für die SPÖ, deren ehemaliger Kanzleramtsminister Thomas Drozda die Räumlichkeiten ja vor Strache benutzt hat, ist diese Menge an offenen Fragen durchaus kritikwürdig: "Wenn Regierungsmitglieder bespitzelt werden, nennt man das üblicherweise eine Staatsaffäre", sagt SPÖ-Chef Christian Kern zum KURIER. Den lockeren Umgang der Beteiligten hält er "für nicht angemessen".

Keine Routinekontrollen

Er selbst habe sein Büro und seine Wohnung auf eigene Initiative hin "regelmäßig vom Abwehramt untersuchen lassen", sagt Kern; Routineüberprüfungen habe es keine gegeben. Thomas Drozda habe von sich aus keine Überprüfungen veranlasst. "Er hat sich auf das Innenministerium verlassen." Nur: Dieses wird von sich aus nicht tätig, Überprüfungen passieren nur auf Zuruf - damit könnte es sein, dass die Wanzen dort schon "vor einem Monat, vor einem Jahr oder vor zehn Jahren versteckt wurden", wie Kern sagt.

Das hält man selbst bei der FPÖ für denkbar. "Wir können natürlich nicht hundertprozentig ausschließen, dass die Wanzen seit Drozda-Zeiten dort sind", sagt Strache-Sprecher Martin Glier. Er wolle aber freilich keine "Pferde scheu machen".

Kommunikationsmängel

Dass nicht routinemäßig überprüft wird, ist das eine. Wie die Betroffenen über die Wanzen informiert wurden, das andere: Kern und Drozda hätten nämlich "aus den Medien" von der Existenz der Abhöranlage erfahren, wie der SPÖ-Chef sagt; im Büro Strache heißt es, man habe von der Existenz erst in dieser Woche erfahren. Es habe zwei Testungen gegeben, eine im Dezember, eine vergangene Woche, so Strache-Sprecher Glier; er selbst wisse von den Wanzen "seit vorgestern".

Gefunden hat das Abwehramt die Wanzen allerdings schon am 19. Dezember 2017 - das wird zumindest bin einem Mail behauptet, das Falter-Chefredakteur Florian Klenk veröffentlicht hat. Das war einen Tag, bevor Strache in das Büro eingezogen ist. "Wenn das Abwehramt die Wanzen am 19. Dezember entdeckt hat, warum ist es dann nicht unmittelbar zu einer Anzeige gekommen?", fragt Kern darum. "Warum wurde die scheidende Bundesregierung nicht umgehend informiert? Und welche Vorkehrungen hat das für Objektschutz zuständige Innenministerium überhaupt getroffen, um so etwas zu verhindern?"

"Geschmack eines Ablenkungsmanvövers"

Bei der FPÖ ist man ob dieser Fragen weniger aufgeregt. Dort verlässt man sich auf die Ermittlungen die derzeit durchgeführt werden: Das Abwehramt hat das Landesamt für Verfassungsschutz über die Abhöranlage informiert, und dort wird nun unter Leitung der Staatsanwaltschaft ermittelt. "Wir sind da nur Passagiere", sagt Glier. Und: "Die Wanzen sind ja jetzt abmontiert, also sind wir sicher."

Für die SPÖ wirft auch diese Zurückhaltung Fragen auf, so Kern. "Das ganze Vorgehen hat den Geschmack eines Ablenkungsmanövers", sagt er - schließlich werde am Sonntag in Niederösterreich gewählt, und die FPÖ sei dort (Anm: wegen der Causa Landbauer) in Bedrängnis.

Quelle

https://kurier.at/politik/inland/wanzen-im-ministerbuero-der-beginn-einer-staatsaffaere/308.367.790


KURIER 19.12.2019

14 Tage wurde Gudenus observiert - Strache dementiert

Ibiza-Affäre: Einen Tag vor seinem Rücktritt beauftragte Strache einen Detektiv und stellte das der FPÖ in Rechnung.

von Ida Metzger, Birgit Seiser

Die Rechnung für die Bespitzelung von Johann Gudenus und Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp muss eine enorme Summe ausmachen. 14 Tage lang etwa wurde allein Gudenus von einem Detektiv observiert. Auf Dutzenden Fotos sieht man, wie der gefallene Ex-FPÖ-Klubchef in sein Auto steigt oder sich in diversen Terminen mit dem Anwalt oder Geschäftspartnern befindet. Das erste Foto im Ermittlungsakt ist auf den 6. Juni 2019 datiert. Das letzte auf den 20. Juni.

Es sollen rund 200.000 Euro gewesen sein, die in Rechnung gestellt wurden. Allerdings nicht an die FPÖ. Der blaue Parteichef Norbert Hofer hatte am Donnerstag betätigt, dass eine Rechnung eines Detektivbüros in der Partei eingelangt wäre. "Aber offenbar hat sie nichts mit der bekannt gewordenen Bespitzelung zu tun, denn der Betrag macht nur einen Bruchteil der kolportierten Summe aus und auch der Zeitraum stimmt nicht überein", so Hofer.

Pikant ist allerdings das Datum, wann jene Observation von Strache in Auftrag gegeben wurde, die bei der FPÖ als Rechnung einging - nämlich am 17. Mai. Der letzte Tag von Straches Obmannschaft. 24 Stunden später trat der Ex-Vizekanzler wegen der Veröffentlichung des Ibiza-Videos zurück.

"Strache hatte am Tag der Veröffentlichung des Ibiza-Videos offenbar einen Verdacht und wollte dem nachgehen", erklärt Hofer. Gegen welches Parteimitglied sich der Verdacht richtete, will Hofer nicht verraten, der betont, dass Bespitzelungen von Parteikameraden absolut nicht zu seinen Führungsmethoden zählen.

Dominik Nepp, der auch observiert wurde, ist über das Vorgehen mehr als verärgert. "Meiner Frau ist bereits im Sommer aufgefallen, dass regelmäßig eine Person bei unserer Wohnung herumschleicht und uns ausspioniert." Ein ähnliches Gefühl, nämlich dass er rund um die Uhr bespitzelt wird, hatte auch Gudenus, der die Causa nicht kommentieren will.

Heinz-Christian Strache ließ seine Parteifreunde bespitzeln.

"Enttäuschung"

Nepp habe die Beobachtungen Mitte September bei den Behörden gemeldet, berichtete er. Diese hätten bestätigt, "dass es sich um eine private Überwachungsaktion meiner Person und offenbar auch meiner Familie handelt". Wer dahinter steckte, war laut Nepp bisher aber unklar: "Seit heute ist offensichtlich, dass wahrscheinlich der ehemalige Parteiobmann Heinz-Christian Strache hinter dieser Aktion steckt", so der Wiener FPÖ-Chef. "Das ist für mich eine große menschliche Enttäuschung. Ich dachte, wir wären Freunde gewesen."

"Kein Auftrag von mir"

Gegenüber dem KURIER erklärt Ex-Vizekanzler Strache, dass er selbst nichts mit dieser Observation zu tun habe. Vielmehr seien es besorgte Strache-Fans, die in diese Richtung aktiv geworden sein sollen.

"Es gab nach der Aktion des kriminellen Ibiza-Netzwerks engagierte Bürger, welche Hintermänner und Akteure der Ibiza Causa unter Zuhilfenahme von Privat-Detekteien ausfindig machen und zur Aufklärung beitragen wollten", so der Ex-Blaue.

Mit manchen war Strache in Kontakt. "Von mir selber gab es jedoch keinen derartigen Auftrag für Ermittlungen", wehrt sich Strache. Wie auch immer. Fakt ist: Es wird immer skurriler.

Quelle

https://kurier.at/politik/inland/strache-liess-offenbar-parteifreunde-bespitzeln/400707546


Julius Meinl: Keine Anklage wegen Personenschutzkosten

Laut Oberlandesgericht Wien war es angemessen, die Kosten für den Schutz des Vorstandsvorsitzenden dem Unternehmen weiterzuverrechnen.

Der Banker Julius Meinl, der ehemalige Meinl-Bank-Vorstand Peter Weinzierl und eine dritte Person werden nicht wegen Untreue in Zusammenhang mit der Übernahme von Personenschutzkosten für Julius Meinl durch die Bank angeklagt. Das Oberlandesgericht Wien (OLG Wien) hat den Anklageeinsprüchen der ehemaligen Vorstände Folge gegeben und das Verfahren eingestellt, teilte das Gericht am Freitag mit.

Die Ermittlungen im Verfahren rund um Meinl European Land gehen weiter, sagte OLG-Sprecher Reinhard Hinger auf Apa-Anfrage. Hier gibt es noch keine Anklage oder Verfahrenseinstellung.

Im nun eingestellten Verfahren war den Beschuldigten Untreue vorgeworfen worden, weil sie dem Unternehmen Kosten für den Personenschutz des Vorstandsvorsitzenden Julius Meinl (der ab 27. 12.2007 der Vorsitzende des Aufsichtsrats war) weiterverrechnet hatten. Das Oberlandesgericht Wien erachtete den Personenschutz im konkreten Fall für angemessen und aus damaliger Sicht für vertretbar, sodass die Finanzierung durch das Unternehmen nicht mit dem Missbrauch einer Befugnis verbunden war und somit nicht den Tatbestand der Untreue erfüllt.

Die Staatsanwaltschaft Wien hatte im Dezember 2018 die Anklage eingebracht und den drei Personen vorgeworfen, die Meinl Bank (jetzt: Anglo Austrian Bank AAB) um 883.500 Euro geschädigt zu haben. Es ging dabei um Zahlungen an Detektivagenturen von April 2009 bis August 2010. (apa)

Schlagworte Gericht Julius Meinl Meinl Bank Personenschutzkosten


Quelle

https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wirtschaft/oesterreich/2040336-Julius-Meinl-Keine-Anklage-wegen-Personenschutzkosten.html