Weitere Infos und Berichte zu IBIZAGATE

Die Ibiza-Affäre, auch Strache-Affäre[1][2][3] oder Ibizagate[4] genannt, ist ein politischer Skandal in Österreich, der im Mai 2019 zum Bruch der Regierungskoalition aus ÖVP und FPÖ führte. Auslöser der Affäre war die Veröffentlichung eines Videos, in dem Heinz-Christian Strache, bis dahin Vizekanzler in der Bundesregierung Kurz und Bundesparteiobmann der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ), sowie Johann Gudenus, bis dahin Nationalratsabgeordneter und geschäftsführender FPÖ-Klubobmann, zu sehen sind. Die im Juli 2017, wenige Monate vor der Nationalratswahl, heimlich gedrehten Aufnahmen dokumentieren ein Treffen der zwei Politiker mit einer angeblichen Nichte eines russischen Oligarchen in einer Villa auf der spanischen Insel Ibiza. Dabei zeigten beide unter anderem ihre Bereitschaft zur Korruption, Umgehung der Gesetze zur Parteienfinanzierung sowie zur verdeckten Übernahme der Kontrolle über parteiunabhängige Medien.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Ibiza-Aff%C3%A4re


Ibiza-Gate: Ex-Bodyguard von Strache verhaftet!

Dienstag, 24. September 2019

Jetzt sitzt er in Haft: Straches Ex-Sicherheitsreferent soll die Unterlagen zur neuen Spesen-Affäre der FPÖ gestohlen und verteilt haben. ÖSTERREICH hat alle Infos über den Ex-Bodyguard.

Eu-Infothek berichtete bereits zu Beginn der Enthüllungsserie über den Sicherheitsmann des H.C. Strache, der laufend Informationen an den "Anwalt" weitergegeben hat.

Ibiza-Connection: Die unfassbare, einzigartige, ganze Geschichte, eu-infothek.com, 27.05.2019

Nur wenige enge Mitarbeiter in der FPÖ wussten von den Spesenabrechnungen des Ex-FPÖ-Chefs, und weniger als drei Parteifreunde hatten die Möglichkeit, Spesen-Abrechnungen Straches unbemerkt zu kopieren. Deshalb fällt jetzt in der FPÖ der Verdacht auf einen früheren "Sicherheitsreferenten" von Heinz-Christian Strache, er soll den neuen Spesen-Skandal kurz vor der Nationalratswahl angezettelt haben - ÖSTERREICH hat alle Infos über diesen Mann, der Strache politisch vernichten will.

"Rache für Rauswurf"

"Da hat's einen massiven Streit über angeblich zu hohe Überstundenabrechnungen des Sicherheitsberaters gegeben", berichten FPÖ-Insider über die Vorgeschichte zum jetzigen Polit-Skandal. Strache hätte sich deshalb dann von diesem "Sicherheitsreferenten", der bei ihm als Bodyguard und Chauffeur beschäftigt war, getrennt. Der Security-Experte meinte auch schon früher, dass er vom Parteichef schlecht behandelt werde - und prahlte im engeren Freundeskreis mit nicht immer wahren Insider-Infos über den FPÖ-Chef.

Der Polizist, der auch als FPÖ-Kommunalpolitiker aktiv ist, soll bei seiner Tätigkeit bei Strache offenbar Abrechnungen und Belege gesehen und kopiert haben. Schon im Sommer wollte er diese Unterlagen für seine "Revanche" für den Rausschmiss verwenden, meinen Freunde des früheren FPÖ-Obmanns. Schon immer sei der Lebensstil des Bodyguards sehr auffällig gewesen: Er leistet sich einen teuren Sportwagen, hat Luxusuhren am Handgelenk und posiert auf Yachten.

Kontakt zu Ibiza-Anwalt

"Wir nehmen aktuell an, dass dieser Polizist im Sommer erneut den Wiener Anwalt M. kontaktiert hat. Er kennt den Juristen seit längerem und dürfte 2015 auch schon bei dessen Vorarbeiten zum Dreh des Ibiza-Videos involviert gewesen sein - seine Insider-Infos über Heinz-Christian Strache waren für diese Tätergruppe ja sehr wichtig", berichtet ein FPÖ-Politiker über den aktuellen Wissensstand in der Parteizentrale.

Der genannte Wiener Rechtsanwalt M. ist seit dem Ibiza-Video-Skandal österreichweit bekannt: Obwohl er bereits zugegeben hat, diese Geheimdienst-Aktion in Auftrag gegeben zu haben, wurde noch immer nicht die Untersuchungshaft über den Juristen verhängt. Die Indizien zeigen, dass M. nun in einem weiteren Versuch verwickelt sein könnte, das Wahlverhalten der Österreicher zu beeinflussen. Für alle genannten Personen gilt die Unschuldsvermutung.

Kriminelles Netzwerk

Somit zeichnet sich immer deutlicher ab: Eine persönliche Vendetta einer Einzelperson könnte eine wesentliche Rolle bei Österreichs bisher größter Regierungskrise sowie beim jetzigen Machtkampf innerhalb der FPÖ spielen. Dazu sorgte ein Netzwerk mit kriminellen Mittätern und besten Kontakten bis in Österreichs Polizeispitze für die Ausführung der "Aktion Ibiza" sowie für die politische Verwertung und den Verkauf des Videos. Die nun aufgetauchten, bisher geheimen, vielleicht sogar verfälschten Spesenbelege waren nun offensichtlich die "Zugabe" des besten Informanten der Tätergruppe - um sich an seinem Ex-Chef rächen zu können.

Um diese Spesen geht es

  • Ex-FP-Vizekanzler Strache habe dabei auch Designeranzüge, Jacken, Hemden und generell Outfits in beträchtlicher Höhe als Spesen verbucht. Die Belege stammen von der goldenen Partei-Kreditkarte.
  • Wohnung. Die FPÖ soll Strache aus Repräsentationsgründen auch seine Wohnung für 3.500 Euro Miete pro Monat zumindest mitfinanziert haben.
  • Ein FPÖ-Insider berichtet sogar, dass jene Vorwürfe stimmen, wonach etwa "Designer­taschen und Outfits von Philippa Strache als Spesen von Heinz-Christian Strache ausgegeben" worden seien. Für Strache gilt die Unschuldsvermutung.
  • Monatlich 11.000 Euro soll zudem Philippa Strache selbst bezahlt bekommen haben. Ein Teil davon allerdings als Kostenersatz für ihre Tätigkeit als "ehrenamtliche" FPÖ-Tierschutzbeauftragte.

Quelle: https://www.oe24.at/oesterreich/politik/Ex-Bodyguard-Straches-in-Wien-verhaftet/398801125

Ö1 Morgenjournal / Ibiza: Staatsanwaltschaft bestätigt Razzia bei Anwalt

Im Ö1 Morgenjournal vom 21.08.2019, um 12:21 Uhr, wurde das Audiofile "Ibiza: Staatsanwaltschaft bestätigt Razzia bei Anwalt" veröffentlicht:

Im Zusammenhang mit dem Ibiza-Video haben gestern neuerlich Hausdurchsuchungen stattgefunden, wie die Staatsanwaltschaft Wien heute Vormittag bestätigt. Betroffen war jener Anwalt, der schon im Mai bestätigt hat, dass er an der Erstellung des Videos beteiligt war. Ihm werden Missbrauch von Aufnahmegeräten und Fälschung geschützter Urkunden vorgeworfen. Die beschlagnahmten Gegenstände dürfen vorerst aber nicht ausgewertet werden.

Quelle:

Ibiza: Staatsanwaltschaft bestätigt Razzia bei Anwalt, Ö1 Morgenjournal, 21.08.2019

https://www.eu-infothek.com/oe1-morgenjournal-ibiza-staatsanwaltschaft-bestaetigt-razzia-bei-anwalt/

Strache Video Ibiza

Ibiza-Connection: Schaltzentrale in Wiener Innenstadt

Redaktion EU-Infothek Dienstag, 21. Mai 2019

Wie EU-Infothek gestern bereits in einem Kommentar feststellte, ist der mögliche Hintergrund der Ibiza Story nicht nur ein politischer, sondern sehr wahrscheinlich ein wirtschaftlicher.

EUI hat intensiv recherchiert und kann aus verlässlicher Quelle berichten, dass die Kontakte zwischen der Familie Gudenus und den vorgeblichen Interessenten für den Kauf eines Waldgrundstückes der Familie Gudenus durch einen bekannten Wiener Rechtsanwalt geschaffen wurden. Eine (in den Fall in keiner Weise involvierte) Immobilienmaklerin erzählte dem Anwalt von ihrem geschäftlichen Kontakt zur Familie Gudenus.

Der Rechtsanwalt hatte einige Monate nach dieser Erstinformation der Maklerin über den Kontakt mit der Familien Gudenus ersucht, direkt mit der Familie Gudenus über den Verkauf des großen Waldgrundstückes im niederösterreichischen Krems-Tal verhandeln zu können. Der Anwalt erklärte, er habe einen sehr vermögenden Klienten aus Russland, welcher in Österreich zu investieren gedenke.

Am 24.3.2017 kam es zu einem eleganten Dinner im Restaurant "Le Ciel" mit folgenden anwesenden Personen: Johann Gudenus, Tatjana Gudenus, Alyona Makarov und Julian Thaler (sehr wahrscheinlich Fake-Namen) sowie dem Rechtsanwalt. Ebenfalls anwesend war die Maklerin. Der hatte in seiner Kanzlei Johann Gudenus eine Kopie des lettischen Passes der angeblichen Russin gezeigt und erklärte, dass sie die Nichte eines sehr reichen Oligarchen aus Russland sei. Den Deutschen Julian Thaler stellte sie als Münchner Freund und Chef einer Sicherheitsfirma vor. Die junge Dame, welche mit einem Maybach, inklusive Chauffeur und Bodyguards, vor dem Hotel vorfuhr, war - in russischer Sprache - sehr gesprächig. Sie liege im Streit mit ihrem Onkel, habe aber nunmehr ein Vermögen von 350 Mio. Euro und möchte im friedlichen, schönen Österreich Sicherheit und Kultur genießen, Investitionen in Grundstücken, Immobilien und Firmen tätigen, vor allem aber ihre Kinder in österreichische Schulen schicken.

Der Anwalt bestätigte die Aussagen der "Oligarchen-Nichte". Der Rechtsanwalt erklärte den Freund der Russin als seinen langjährigen Freund und Bekannten aus München, so dass aufgrund des Auftretens des bekannten Rechtsanwaltes mit dessen Empfehlung die Familie Gudenus keinen Zweifel an der Seriosität der Interessentin hatte.

Zu einem späteren Zeitpunkt zeigte der Anwalt in seiner Kanzlei als Kapitalnachweis - vor Zeugen - einen Kontoauszug flüchtig in die Runde, mit der Bemerkung "die ersten großen Summen sind schon auf meinem Konto". Gudenus konnte daraus schließen, dass der Anwalt, welcher laut Gesetz zur Prüfung der Herkunft von Geldmitteln verpflichtet ist und bei Verdacht diese auch anzeigen muss, die einwandfreie und saubere Herkunft des Geldes überprüft hat.

Es kam in der Folge zu einer Besichtigung des Waldgrundstückes, wo die russische "Interessentin" sehr sachkundige Fragen über den Bestand des Waldes und der Forst- und Jagdwirtschaft etc. stellte. Nach der Besichtigung des möglichen Kaufobjektes trafen sich der Anwalt, Julian Thaler und Johann Gudenus am 28.4.2017 im "Stadtwirt".

Beim letzten Treffen der Oligarchin mit ihrem Freund Julian und dem Rechtsanwalt schwärmte die attraktive Russin von ihrer Lieblingsinsel Ibiza. Gudenus, welcher - wie Strache auch - immer wieder auf Ibiza geurlaubt hat - kam mit der russischen Gruppe rasch zur Vereinbarung, sich zu einem ausführlichen Lunch oder Dinner in Ibiza zu treffen.

Bis zu diesem Zeitpunkt spielte HC Strache in den Diskussionen nur am Rande eine Rolle und war auch nicht persönlich involviert. Die Vorkommnisse auf Ibiza sind "hinlänglich" dokumentiert.

Zusammenfassend ergibt sich der Eindruck, dass der namhafte Rechtsanwalt (selbstverständlich ist der Name der Redaktion bekannt) mit nahöstlichen Wurzeln entweder auf eigene Initiative oder aber im Auftrage eines seiner sehr bekannten Klienten bzw. Freunde, auch aus der High Society und den Wirtschaftsseiten bekannt, eine Auftragsarbeit erfüllte.

Die detaillierte Aufklärung überlässt EU-Infothek jetzt den Behörden und den großen Medien, auch jenen, die sich bis jetzt als "Enthüller" vorgestellt haben.

Aus heutiger Sicht ist davon auszugehen, dass die Hintermänner sowohl die aufklärerisch wirkenden Medien als auch die Politik und die Öffentlichkeit hinters Licht geführt haben.

Die Hintermänner sind die wahren Strippenzieher, Politik und Medien waren bis jetzt eher deren hilfreiche Unterstützer ihrer sorgfältig geplanten Aktion. Aus den EU-Infothek vorliegenden belastungsfesten und sicheren Erkenntnissen kann auch geschlossen werden, dass die Ibiza Connection eine technisch einfach durchzuführende Aktion war - die im Internet um hundert Euro erhältlichen Minikameras sehen aus wie ein Nagelkopf in der Wand.

Über eine versteckte Internetverbindung können dann die Übertragungsbilder von allen, die den Zugangscode haben, genüsslich betrachtet werden. Das kann im Nachbarhaus sein, die Auftraggeber können in einem Hotelzimmer oder auf einem Schiff die Show genießen.

Weshalb es fast zwei Jahre dauerte, bis das Video an die Öffentlichkeit kam, ist im Moment nur durch Vermutungen zu erklären. Möglicherweise hat einer der Beteiligten mehr Geld von seinen Auftraggebern verlangt und dann das Video selbst verkaufen wollen. Dafür spricht auch die übertriebene, filmreife Übergabemodalität des USB Sticks an einen Medienvertreter und die angeblichen Verkaufsbemühungen an Jan Böhmermann, welche in den Medien zitiert wurden.

EU-Infothek wird diese Informationen über einen Rechtsanwalt umgehend den Behörden zukommen lassen, selbstverständlich auch die Identität des strippenziehenden Anwaltes. Immerhin besteht nicht nur der dringende Tatverdacht, österreichische gewählte Mandatare in der beschriebenen Art listig übervorteilt zu haben, sondern auch der dringende Verdacht einer großangelegten Geldwäscheaktion, welche auch durch das Verhalten des Rechtsanwaltes dargestellt ist. Johann Gudenus bzw. seine Familienmitglieder erhielten keine Anzahlung und auch keine andere Zahlung aus diesem Geld.

Quelle: https://www.eu-infothek.com/ibiza-connection-schaltzentrale-in-wiener-innenstadt/

Der Name des Videoproduzenten ist der Detektei Ulm bereits bekannt. 21. Mai 2019

Julian H. konsic.com München

https://www.eu-infothek.com/ibiza-connection-wien-muenchen/


OTS0005, 23. Mai 2019

Ibiza Video: So sind Österreichs Detektive nicht!

Angesichts der zunehmenden Berichterstattung über eine mutmaßliche Beteiligung eines "Detektivs" an der Produktion des Ibiza Videos rund um Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus, erlaubt sich der Österreichische Detektiv-Verband (ÖDV) folgendes klarzustellen:

Das Gewerbe der Berufsdetektive ist in Österreich ein reglementiertes Gewerbe mit besonderen Zugangsvoraussetzungen. Das bedeutet einerseits, dass eine fachliche Befähigung und andererseits ein einwandfreier Leumund nachgewiesen werden müssen, um als Berufsdetektiv tätig werden zu können.

Österreichs Berufsdetektive unterwerfen sich zusätzlich zu den gesetzlichen Bestimmungen, jedenfalls sei hier die DSGVO aber auch viele anderen Gesetze genannt, auch berufsethischer Bestimmungen, insbesondere dem sogenannten berechtigten Interesse. Dieses besagt, dass detektivische Maßnahmen nur dann zulässig sind, wenn seitens des Auftraggebers ein berechtigtes Interesse an bestimmten Informationen besteht, meist um einen Schaden abzuwehren. Bei Vorliegen eines berechtigten Interesses des Auftraggebers wird der Detektiv sodann tätig, ohne selbst die rechtswidrige Handlung zu provozieren.

Der Österreichische Detektiv Verband (ÖDV) vertritt die Meinung, dass im Fall des vorliegenden Videos kein berechtigtes Interesse seitens des Auftraggebers vorgelegen sein kann, insbesondere auch deswegen, weil mit der Verwertung der Erkenntnisse über 2 Jahre zugewartet wurde.

Darüber hinaus wurden die handelnden Personen hier aktiv in eine Falle gelockt und möglicherweise auch vorsätzlich in einen enthemmten Zustand versetzt, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen. Dies wiederum widerspricht dem Grundsatz, das Fehlverhalten nicht selbst herbeizuführen oder zu begünstigen.

Mag ein österreichischer Detektiv zwar methodisch jederzeit in der Lage sein, einen solchen Einsatz durchzuführen, erachtet der Österreichische Detektiv Verband das Vorgehen der Produzenten des besagten Videos weder als durch ein berechtigtes Interesse gedeckt noch als im Rahmen der ethischen Grundsätze seriöser Detektive durchgeführt.

Soweit dem ÖDV bekannt, handelt es sich bei dem beteiligten "Detektiv" um keinen österreichischen Berufsdetektiv, sprich es liegt keine Gewerbeberechtigung vor. Darüber hinaus hegen wir erhebliche Zweifel, dass eine entsprechende Befähigung nachgewiesen werden könnte und es liegen glaubhafte Informationen vor, dass die besondere Zuverlässigkeit aufgrund von Vorstrafen nicht gegeben ist.

Sollte also der Betreffende an der Produktion des Videos beteiligt gewesen sein, handelte es sich nicht um einen Detektiv sondern um einen Möchtegernschnüffler außerhalb des Gesetzes und jeder Berufsethik.

Das mediale Betonen, ein Detektiv oder eine Detektei sei an dem Video beteiligt gewesen, dient lediglich der reißerischen Darstellung einer Geschichte, schadet aber dem Berufsstand der durch uns vertretenen Gewerbetreibenden und rückt sie in ein falsches Licht.

Österreichs Berufsdetektive und deren MitarbeiterInnen verrichten im Rahmen der Rechtspflege einen wertvollen Dienst an unserer Gesellschaft, indem sie Sachverhalte klären und Beweise für gerichtliche Auseinandersetzungen sichern und aufbereiten. Sie sind Dienstleister für durchwegs in Not geratene oder zumindest in schwierigen Situationen befindlichen Bürgern dieses schönen Landes.


Razzia bei Strache, Gudenus & Co wegen Casinos-Postenschachers

Die Bestellung von Peter Sidlo zum Casinos-Austria-Finanzchef und vermutete Versprechen der FPÖ an Novomatic sorgen für einen Eklat

Renate Graber

13. August 2019, 11:42

Unerwarteten Besuch gab es am Montag für den neuen Finanzvorstand der Casinos Austria, Peter Sidlo - und etliche andere. Am Vormittag seines ersten Arbeitstags nach dem Urlaub tauchten Ermittler und Staatsanwalt bei Sidlo daheim auf: Hausdurchsuchung. Ein paar Stunden später fand dann auch in Sidlos Büro in der teilstaatlichen Casag eine Hausdurchsuchung statt. Auch Aufsichtsratspräsident Walter Rothensteiner war betroffen - er ist im Verfahren, um das es geht, als Zeuge geführt.

Auftanken in Franken!

Und: Auch beim vormaligen Vizekanzler Heinz-Christian Strache, bei Ex-FPÖ-Klubchef Johann Gudenus und bei Novomatic-Chef und Casag-Aufsichtsrat Harald Neumann schauten die Ermittler nach. Worum es geht: Nach einer anonymen Anzeige ermittelt die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) zu darin erhobenen Vorwürfen. Selbige sollen sich nach Zeugenaussagen verdichtet haben.

Politischer Deal

Es geht darin zusammengefasst um den Vorwurf, der freiheitliche Wiener Bezirksrat und Gudenus nahestehende Sidlo sei auf Basis eines politischen Deals in den Vorstand der Casag gekommen. Der Personalberater hatte ihn nicht empfohlen, der Aufsichtsrat unter Rothensteiner bestellte den 45-Jährigen trotzdem. Laut dem Vorwurf soll es eine ÖVP-FPÖ-Vereinbarung gegeben haben, Sidlo auf einem Ticket von Casag-Miteigner Novomatic in den Vorstand zu entsenden. Im Gegenzug soll die FPÖ Entgegenkommen bei etwaigen Gesetzesänderungen beim kleinen Glücksspiel nach der Wiener Wahl signalisiert haben.

Auch der damalige Finanzstaatssekretär Hubert Fuchs (FPÖ) soll involviert gewesen sein. All das soll FPÖ-Abgeordnete zur Ansicht gebracht haben, Sidlo sei die "Glücksfee" der Partei in der Casag. Zu den Beschuldigten gehören unter anderen Strache, Gudenus und Novomatic-Eigentümer Johann Graf. Die Beschuldigten haben die Vorwürfe bislang bestritten.

Peter Sidlo soll auf Basis eines politischen Deals zum Finanzvorstand der Casinos Austria bestellt worden sein.

Keine Details bestätigt

Die WKStA bestätigt keine Details, die Causa sei ein Verschlussakt und unterliege daher strenger Vertraulichkeit. Ein Sprecher der Behörde bestätigt Hausdurchsuchungen an mehreren Standorten in zwei Bundesländern, die reibungslos funktioniert hätten. Es geht um den Verdacht der Bestechung und Bestechlichkeit. Beschuldigt seien sechs Personen und ein Verband, also ein Unternehmen. Dabei dürfte es sich um die Novomatic handeln. Novomatic wollte die Hausdurchsuchungen nicht bestätigen.

Ein Casag-Sprecher sagte jedoch, dass es am Montagnachmittag "Ermittlungshandlungen" in der Unternehmenszentrale gegeben habe. Peter Sidlo sei zu den Umständen seiner Vorstandsbestellung befragt worden, sagte Casag-Sprecher Patrick Minar. Die Casag selbst sei nicht Gegenstand der Ermittlungen, Aufsichtsratschef Rothensteiner sei in der Sache als Zeuge befragt worden.

Rothensteiner sagte vor Wochen zum STANDARD, es habe bei der Bestellung keine politischen Vorgaben gegeben - Sidlo sei ausgewiesener Finanzexperte. Novomatic-Chef Neumann meinte, es könne gar keine Deals und oder Zusagen fürs kleine Glücksspiel geben, und auch Sidlo dementierte alle Vorwürfe. Er soll Casag-intern zugesichert haben, nichts mit dem in Straches und Gudenus' Ibiza-Video-Auftritt Gesagten zu tun zu haben. (Renate Graber, 13.8.2019)

Quelle: https://www.derstandard.at/story/2000107362366/razzia-bei-strache-gudenus-co-wegen-casinos-postenschachers